| Was ist Ökoeffizenz?
Ökoeffizienz
ist die Antwort von Unternehmen auf die Frage wie das Ziel einer nachhaltigen Entwicklung
im Unternehmen erreicht werden kann. Der Begriff der nachhaltigen Entwicklung war
zentrales Thema auf dem Erdgipfel 1992 in Rio de Janeiro. In der hier beschlossenen und
von 180 Staaten unterschriebenen Riodeklaration verpflichteten sich die Unterzeichnenden
zukünftig das Ziel einer nachhaltigen Entwicklung zu verfolgen. Ökoeffizienz ist das
Instrumentarium für Unternehemen auf diesem Weg. Weltweit führende Unternehmen haben
dies erkannt und sich im World Business
Council for Sustainable Development (WBCSD) zusammengefunden, um eine nachhaltigen
Entwicklung im Unternehmen zu verwirklichen.
Wozu dient Ökoeffizienz?
Hinter Ökoeffizienz verbirgt sich ein Managementansatz, der es Unternehmen erlaubt,
Produktionsprozesse und Produkte rentabler zu gestalten; die Steigerung der
Umweltverträglichkeit ist dabei ein positiver Nebeneffekt. Das Prinzip der Ökoeffizienz
zeigt deutlich, dass Ökonomie und Ökologie sich nicht ausschließen, sondern in
Kombination einen Gewinn für Unternehmen und die Gesellschaft
darstellen: mehr Werte schaffen und dabei weniger Ressourcen verbrauchen und die Umwelt
weniger belasten, lautet das Motto.
Fünf Elemente kennzeichnen das Ökoeffizienz-Konzept:
1. die Betonung von Dienstleistungen,
2. die Blickrichtung auf menschliche Bedürfnisse und Lebensqualität,
3. die Einbeziehung des gesamten Lebenszyklus eines Produktes,
4. die Anerkennung der Grenzen der Belastbarkeit des Ökosystems und
5. die Berücksichtigung der Weiterentwicklung der Konzepte.
Ökoeffizienz ist also nicht nur ein neues Wort für die Optimierung üblicher
Unternehmensabläufe, mit ihr verbindet sich die Strategie tiefgreifender Innovationen.
Ökoeffizienz ist ein evolutionäres Konzept. Der WBCSD hat deshalb drei
Entwicklungsstufen des Konzeptes identifiziert:
1. Die Steigerung der Prozesseffizienz. Diese führt zu Kosteneinsparungen bei der
Herstellung.
2. Die Entwicklung von neuen und besseren Produkten. Diese bringt neue Gewinne durch
effizientere Produktgestaltung.
3. Die Veränderung der Marktmechanismen schafft den Rahmen für neue Dienstleistungen
anstatt materialintensiver Produkte, reduziert damit den Materialverbrauch, ändert das
Konsumverhalten und schafft so nachhaltige Märkte.
Das Ökoeffizienz-Konzept ist also offen für alle Unternehmen. Es wird aber auch
deutlich, dass ohne politische Rahmenbedingungen langfristig nachhaltige Märkte nicht
geschaffen werden können.
(Quelle: Wuppertal Institut für Klima,
Umwelt und Energie)
Dienste, Hilfeleistungen, Materialien
Das Deutsche Forum Nachhaltiger
Mittelstand wird kontinuierlich Materialien, Informationen und
Hilfen für eine nachhaltige, rentablere Unternehmensführung
für Mittelständler sammeln und veröffentlichen:
1. Timo Busch; Christa Liedtke: Zukunftsfähige Innovationen : erste Schritte zum
nachhaltig wirtschaftenden Unternehmen; Wuppertal 2004; Download
2. Petra Heuer; Holger Rohn: Innerbetriebliche Kommunikation : Strukturen und
Kommunikationsflüsse verbessern ; Anleitung zur Durchführung eines
Qualifizierungs-Workshops. Wuppertal 2002; Download
3. "Innovationen und Zukunftstechnologien im Mittelstand - High-Tech Masterplan";
eine Initiative der Bundesregierung, die kleinen und mittleren Unternehmen einen
bessereren Zugang zu Wagniskapital verschafft. Dafür nimmt die Bundesregierung insgesamt
500 Millionen Euro zusätzlich in die Hand. Damit sollen in den nächsten fünf Jahren -
zusammen mit privaten Mitteln - insgesamt bis zu 1,7 Mrd Euro für junge
High-Tech-Unternehmen mobilisiert werden. Berlin 2005; Download
4. Christine Schmidt; eLearning für KMU - ein Leitfaden für klein- und
mittelständische Unternehmen; Osnabrück 2005; Download
5. Ökologisches Produktdesign
Kühlschränke, Heizkessel, Autos oder Handys - wie
umweltfreundlich ein Produkt wird, entscheidet schon die
Planungsphase. Ökodesigner, die schadstoffarme, langlebige und
recyclingfähige Materialien einsetzen, dürfen sich über
Unterstützung durch den nationalen Dialogprozess zur Förderung
von nachhaltigen Konsum- und Produktionsmustern in Deutschland
freuen.
Lesen Sie mehr über Auswege aus der umweltschädlichen
Produktion und über die nächsten Schritte, um einer neuen
Generation innovativer Produkte zum Durchbruch zu verhelfen in
der Broschüre "Ökodesign von Produkten. Gestaltungsauftrag für
mehr Umweltschutz und Innovation". Herausgeber der vom oekom
verlag erstellten Broschüre sind Bundesumweltministerium und
Umweltbundesamt.
Download
6. Umweltfreundliche Beschaffung
"Behörden und
Kommunen leisten einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz, wenn sie
beim Einkauf auf umweltfreundliche Produkte und Dienstleistungen
setzen", erklärte Baden-Württembergs Umweltministerin Tanja Gönner am
vergangenen Donnerstag anlässlich der Vorstellung der neuen Broschüre
'Mehr Umwelt fürs gleiche Geld - Anregungen und Erfolgsbeispiele für
die umweltorientierte öffentliche Beschaffung'.
Richtig
angepackt könne eine umweltfreundliche Beschaffung zu
Kosteneinsparungen führen. Das gelte etwa für den Einkauf von
Recyclingpapier oder Strom sparenden Bürogeräten und reiche bis hin zu
Fragen, wie sich der Fuhrpark zusammensetzt und welche Standards beim
Bauen angewendet werden.
"Vorurteile sind längst überholt"
Etwaige Vorurteile gegenüber
umweltfreundlichen Produkten seien längst überholt, so Gönner. "Das
belegen die weit reichenden Praxiserfahrungen."
Stuttgart spart mit Recyclingpapier 45.000 Euro pro Jahr
Umweltfreundliche Produkte seien teilweise preisgünstiger als
herkömmliche Produkte. So spare die Stadt Stuttgart beispielsweise
durch die Beschaffung von Recyclingpapier mit dem Blauen Engel knapp
45.000 Euro im Jahr.
Tübingen: ökologisches Reinigungskonzept spart 30.000 Euro
In Tübingen habe man ein für alle Ausschreibungen und das eigene
Reinigungspersonal verbindliches ökologisches Reinigungskonzept
entwickelt. Der Effekt: 30.000 Euro weniger Kosten im Vergleich zu
früheren Jahren.
"Solche Erfahrungen machen Mut und sollten zur
Nachahmung anregen", so Tanja Gönner. Den dennoch bei einzelnen
Produktgruppen höheren Anschaffungskosten stünden meist langfristige
Einsparungen, etwa beim Strom- und Wasserverbrauch oder eine längere
Lebensdauer gegenüber.
Berücksichtigung von Umweltaspekten auch nach EU-Recht möglich
Auch
rechtlich sei die Berücksichtigung von Umweltaspekten bei der
Beschaffung kein Problem mehr. Zwei neue Vergaberichtlinien der EU
würden hier Klarheit schaffen. Allerdings seien die Unsicherheiten bei
vielen Beschaffungsverantwortlichen noch groß. Teilweise würden auch
gängige Vorurteile eine konsequente Umstellung erschweren.
"Recyclingpapier
ist da ein klassisches Beispiel", so die Umweltministerin. Obwohl es
zwischenzeitlich leistungsfähige und sogar hochweiße Recyclingpapiere
für alle Einsatzzwecke gebe, werde 'herkömmlichem' Büropapier ohne
Umweltvorteil noch meist der Vorzug gegeben.
Broschüre soll Beispiele geben und anregen
"Was
fehlt sind vor allem gute Beispiele, die man leicht vermitteln kann."
Die neue Broschüre solle diese Lücke schließen. Sie enthalte für die
wichtigsten Beschaffungsbereiche Anregungen, die auf anschauliche Weise
den 'Mehrwert' einer umweltfreundlichen Beschaffung belegen.
Bestellmöglichkeit
Die
neue Broschüre 'Mehr Umwelt fürs gleiche Geld - Anregungen und
Erfolgsbeispiele für die umweltorientierte öffentliche Beschaffung'
kann kostenlos beim Umweltministerium Baden-Württemberg,
Öffentlichkeitsarbeit, Kernerplatz 9, 70182 Stuttgart bezogen werden.
Ergänzt wird die Broschüre durch ein neues Informationsangebot zur
umweltfreundlichen Beschaffung im Internet der Landesanstalt für
Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg. Hier finden sich
insbesondere Verweise auf nützliche Internetseiten und Leitfäden, die
zum Beispiel dabei helfen, Umweltkriterien schnell und rechtsicher in
die Ausschreibungsunterlagen einzubinden.
Quelle: Umweltministerium Baden-Württemberg
Broschüre zum Thema:
"Mehr
Umwelt fürs gleiche Geld - Anregungen und Erfolgsbeispiele
für die umweltorientierte öffentliche Beschaffung"
Weitereführende Links:
Energieeffiziente Bürogeräte www.office-topten.de
Tipps zur umweltfreundlichen Beschaffung
http://www.lubw.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/16874/
|